Als Neuling in der Aromatherapie ist es mit den vielen Seminarangeboten zur Ausbildung genau wie mit den ätherischen Ölen: Viele Informationen und Eindrücke kommen zusammen, verlockende Angebote, was man alles machen kann mit den duftenden Essenzen. Viel bunte Werbung und mittlerweile einiges an YouTube Kanälen mit unzähligen Geschichten, die zum Teil unglaublich erscheinen. Hat man ihn doch gefunden, den Stein der Weisen? Vielleicht hören viele einfach nicht genau hin und deshalb haben nur „Wenige“ Zugang und nutzen die Heilkraft der Natur? Was tun, wenn man am Anfang steht, mit Neugierde und Interesse an dem komplexen Thema der Aromatherapie?

 

Schaue genau hin und sei skeptisch

 

Mir ging es damals ähnlich – leicht überfordert, aber voller Neugier startete ich in das dufte Abenteuer. Da war ich froh, dass ich eine kompetente Kollegin an der Hand hatte, die mir mit Rat und Tat zur Seite stand. Auch bei der Auswahl einer passenden Ausbildung hat sie mich gut beraten und beim ersten Einkauf der Öle ebenso. Immer mal wieder konnte ich mir ein paar ihrer Bücher ausleihen und für mich das passende Rezept oder Thema durcharbeiten. Somit wuchsen Stück für Stück mein Wissen und meine eigene Rezeptsammlung. Super, wenn Du eine vernünftige Mentor*in hast, mit der Du langsam lernen und wachsen kannst.

 

Ebenso wuchs zum Glück auch nur langsam meine Sammlung an ätherischen Ölen und weiteren wichtigen Pflanzenessenzen. Denn es gibt so viele Öle und jedes hat etwas Besonderes. Aber zum Glück kann man hier im deutschsprachigen Raum bei den seriösen Anbietern einfach nur die einzelne Öle und Rohstoffe kaufen, die man auch wirklich braucht. Das ist ein deutlicher Vorteil, denn wir können uns langsam vortasten und eigene Erfahrungen gewinnen. Ich empfehle für den Anfang ein kleines Sortiment, schließlich will man nicht gleich ein Vermögen für die Öle zahlen.

 

Einfache Rezepte zum Selbermachen sind geeignet

 

Sei vor allem skeptisch, wenn Du als Neuling gleich zum Kauf eines großen Sortiments angehalten wirst. Ebenso höre ich auch immer wieder, dass viele meinen, man müsse die Öle vor allem innerlich einnehmen, weil sie so gesund seien. Aus pharmakologischer Sicht: Wo eine Wirkung ist, ist auch eine Nebenwirkung. Die sollte man abschätzen können, daher halte dich an Dosierungsvorgaben und Mischverhältnisse. Nicht jedes Öl ist für Einsteiger geeignet, einige Öle werden zu Recht in der europäischen Aromatherapie als „Therapeutenöle“ bezeichnet. Es gibt einige Öle, an die habe ich mich auch nach über 13 Jahren noch nicht rangetraut und glaube mir, ich habe viel experimentiert. Die innerliche Einnahme ist nicht wirklich gewinnbringend.

 

Was macht am Anfang wirklich Sinn?

 

Auf der Seite „Aromatherapie“ findest Du einen guten Einstieg in die Welt der Düfte, alles Schritt für Schritt erklärt.

Du möchtest nun endlich wissen, welche Öle Sinn machen, um endlich loszulegen – dann schau mal hier:

Der Allrounder Lavendel fein Lavandula angustifolia ist super für den Einstieg geeignet. Mit dem beruhigenden und schlaffördernden Öl kann man nicht viel falsch machen (außer zu hoch dosieren und die aktivierende Wirkung von Lavendel erleben). Eine der Zedernarten Cedrus atlantisch oder Cedrus deodora sind für Allergiker und Menschen, die eine seelische Aufrichtung brauchen, super. Ein fettes Öl zur Hautpflege macht immer Sinn, da empfehle ich gerne den duftneutralen Allrounder Mandelöl Prunus amygdalus dulcis passt immer und ist für jeden Hauttyp geeignet. Wenn es noch ein Pflanzenwasser oder Hydrolat sein darf, dann nutze die Rose Rosa damascena – keine Sorge, nicht so teuer wie das ätherische Rosenöl – sondern der Allrounder bei den Blütenwässern, wie sie auch genannt werden.

 

Fange an zu experimentieren

 

Wenn Du fünf verschiedene ätherische Öle hast, ist das für den Anfang schon eine gute Menge, mit der Du was machen kannst. Fange an, Deine Räume zu beduften, mache Dir ein schönes Körperöl damit, schnuppere an dem Öl jeden Tag und lerne es kennen, wie es sich vom Duft-Empfinden ändert. Bedufte mal eine neutrale Handseife damit. Setze Zeder im Schrank gegen Motten ein, schnuppere Pfefferminz Mentha x piperita am Morgen, wenn Du nicht in die Gänge kommst. Mache Dir Notizen, wenn Du Dir eine Mischung erstellt hast, damit Du nachvollziehen kannst, was drin war. Vergleiche einzelne Öle von verschiedenen Anbietern auf dem deutschen Markt. Lerne Firmen und Destillateure vor Ort kennen und erkundige Dich bei Ihnen über die enorme Arbeit mit der Pflanze, deren Duft in den kleinen Fläschchen steckt.

 

Der nächste Schritt ist, eine seriöse Ausbildung zu finden. Da halte Augen und Ohren wachsam offen. Vor allem überlege Dir, was Du erreichen willst. Möchtest Du direkt eine eigene Aromamassagepraxis eröffnen? Dann gibt‘s noch das angeblich lukrative Geschäft mit dem Verkauf von Ölen – als ob Dein bisheriger Job nicht schon genug Zeit in Anspruch nehmen würde. Die Möglichkeiten scheinen verlockend, doch solltest Du Dir für Dich im Klaren sein, was Dein Ziel ist. Willst Du einfach nur sicher die Öle verwenden oder mal von jemandem etwas lernen, der wirklich Ahnung hat? Oder Deine Kompetenzen für Deinen Beruf erweitern? Vielleicht willst Du künftig einfach nur weiter für Dich in bestimmten Bereichen mit ätherischen Ölen arbeiten, auch das ist vollkommen passend. Es gibt viele sehr gute Fachbücher, die ich selbst alle gelesen habe, schau mal in meiner Aroma-Literatur-Sammlung vorbei, da ist bestimmt etwas für Dich dabei …

 

Auch wenn man es immer wieder liest, ätherische Öle gehören – außer Lavendel fein – nicht pur auf die Haut und sollten nicht ins Ohr oder ins Auge getropft werden! Falls Du sie innerlich verwenden möchtest – sag mir bitte warum –, solltest Du das mit einem Fachmann besprechen. Genieße die einfachen Anwendungen und erlebe Deine kleinen Aha-Erlebnisse, die Dich mit jeder Erfahrung weiterbringen.

 

Mit Neugierde und gesunder Vorsicht

 

Was das Wichtigste ist: Bleib mit Freunde und einer gewissen Portion Vorsicht am Ball. Genieße es, mit den Düften zu arbeiten und lerne Schritt für Schritt Neues dazu, ganz in Deinem Tempo.