Wer beginnt, sich mit ätherischen Ölen zu beschäftigen, stößt schnell auf eine Vielzahl unterschiedlicher Begriffe. Aromatherapie, Aromapflege, Hydrolate, Aroma-Coaching oder einfach nur ätherische Öle – vieles klingt ähnlich, beschreibt jedoch unterschiedliche Anwendungsbereiche und teilweise sogar rechtlich klar abgegrenzte Tätigkeiten. Kein Wunder also, dass viele Menschen zunächst den Überblick verlieren.
Allen Begriffen gemeinsam ist der verantwortungsvolle Einsatz natürlicher Pflanzenstoffe. Ob in der Therapie, der Pflege, im Coaching oder zu Hause – ätherische Öle, fette Pflanzenöle und Hydrolate bieten vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Gleichzeitig braucht das Arbeiten mit Düften fundiertes Wissen, denn nicht jede Anwendung ist automatisch sinnvoll oder unbedenklich.
In diesem Artikel möchte ich einen verständlichen Überblick geben. Erfahre, welche Pflanzenstoffe zur Aromakunde gehören, wodurch sich Aromatherapie, Aromapflege und Aroma-Coaching unterscheiden und warum ein verantwortungsvoller Umgang mit Düften die Grundlage jeder seriösen Anwendung ist.
Was versteht man unter Aromakunde?
Neutral formuliert beschreibt Aromakunde das Wissen über den Einsatz von ätherischen Ölen, fetten Pflanzenölen und Hydrolaten. Die Verwendungsmöglichkeiten dieser natürlichen Pflanzenstoffe sind äußerst vielfältig und facettenreich. Die Möglichkeiten reichen vom privaten Alltag bis hin zu professionellen Einsatzbereichen in Therapie, Pflege und Coaching.
Gleichzeitig existieren zahlreiche Fachbegriffe, die teilweise auch rechtlich voneinander abgegrenzt sind. Wer sich mit dem Arbeiten mit Düften beschäftigt, sollte diese Unterschiede kennen, um die jeweiligen Anwendungsbereiche richtig einordnen zu können.
Aromatherapie, Aromapflege und Aroma-Coaching
Beginnen wir mit dem omnipräsenten Begriff Aromatherapie, mit dem sehr oft geworben wird. Rechtlich gesehen sollte er nur von Ärzt:innen und Heilpraktiker:innen verwendet werden. Denn diese Berufe sind nach dem Gesetzt berechtigt, zu Heilen. Sie setzen die natürliche Pflanzenstoffe folglich zur Heilung von Krankheiten ein.
Als Pendant dazu verbirgt sich hinter dem Begriff Aromapflege die Anwendung derselben Pflanzenstoffe, wobei hier der Fokus auf der Pflege und der Unterstützung des Genesungsprozesses durch Förderung des Wohlbefindens liegt. Werden in Kliniken ganz offiziell ätherische Öle und Co eingesetzt, unabhängig von der Berufsgruppe, ist fundiertes Fachwissen erforderlich, und eine Zustimmung der Klinikleitung muss vorliegen. Die entsprechenden Ausbildungen sind teilweise von firmenunabhängigen Gremien zertifiziert, was einen wichtigen Anhaltspunkt für die Qualität gibt.
Auch das Aroma-Coaching gewinnt zunehmend an Bedeutung. Einheitliche Richtlinien oder übergeordnete Qualitätsstandards existieren hierfür bislang jedoch nicht. Gerade aufgrund der besonderen Verbindung zwischen Geruchssinn, Gehirn und Emotionen können ätherische Öle Coaching-Prozesse wirkungsvoll unterstützen. Voraussetzung ist jedoch ein fundiertes, firmenunabhängiges Fachwissen sowie ein klar strukturiertes Coaching-Konzept, das Nutzen und Grenzen des Einsatzes gleichermaßen berücksichtigt.
Arbeiten mit Düften im Alltag
Neben den professionellen Einsatzgebieten lassen sich ätherische Öle, Hydrolate und fette Pflanzenöle auch vielseitig im Alltag verwenden. Wer nicht ausschließlich auf fertige Produkte wie Raumsprays, Körperöle, Naturkosmetik oder Duftmischungen zurückgreifen möchte, sondern selbst kreativ werden will, sollte sich zunächst grundlegendes Wissen aneignen.
Je nach Anwendungsform können die hochkonzentrierten Inhaltsstoffe ätherischer Öle bei unsachgemäßer Verwendung unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Für Einsteiger gibt es zahlreiche empfehlenswerte Fachbücher erfahrener Aromaexpert:innen, die einen sicheren Einstieg in das Arbeiten mit Düften ermöglichen.
Fundiertes Wissen schafft Sicherheit
Ob in der Aromatherapie, der Aromapflege, im Aroma-Coaching oder bei selbst hergestellten Anwendungen zu Hause: Wer mit ätherischen Ölen, fetten Pflanzenölen und Hydrolaten arbeitet, sollte sich mit ihren Eigenschaften, Einsatzmöglichkeiten und Grenzen auseinandersetzen. Denn dabei handelt es sich um hochwirksame natürliche Pflanzenstoffe, die je nach Anwendungsform sorgfältig und fachkundig eingesetzt werden müssen.
Aromatherapie, Aromapflege oder Aroma-Coaching benötigen ein fundiertes, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierendes Konzept für eine seriöse und sichere Arbeit.
Die Geschichte der Aromatherapie
Therapie mit Düften – das ist das Prinzip der klassischen Aromatherapie. Die Wirksamkeit von ätherischen Ölen, fetten Ölen und Hydrolaten ist heutzutage gut erforscht und wissenschaftlich belegt. Der Einsatz von Heilpflanzen – was als Phytotherapie bezeichnet wird – ist der Ursprung von Aromatherapie und hat in der Geschichte der Menschheit eine lange Tradition. Auf allen Kontinenten und in allen Kulturen der Welt wurden sie als Medizin eingesetzt, um Schmerzen zu lindern und Krankheiten zu heilen. Die alten Ägypter erkannten die pflegende Wirkung von ätherischen Ölen und Fetten. Sie sind sozusagen die Erfinder der Beautyprodukte und des Parfums. Königin Kleopatra soll die Segel ihrer Schiffe mit duftenden Essenzen besprüht haben, um bei ihren Nilfahrten immer in einer wohlriechende Wolke gehüllt zu sein.
Der Begriff der Aromatherapie wurde dennoch erst einige tausend Jahre später von dem französischen Chemiker René-Maurice Gattefossé geprägt. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte er in seinem Labor einen Unfall, bei dem Gattefossé sich schwere Verbrennung an Kopf und Händen zuzog. Nachdem er in Folge sich mit Gassbrand infiziert hatte behandelte er sich mit Lavendelöl und bemerkte eine rasche Heilung ohne Narbenbildung. Daraufhin forschte er weiter an dem Thema und brachte mehrere Publikationen heraus in denen zum ersten Mal die therapeutische Anwendung von ätherischen Ölen beschrieben wurde. Bis heute prägt dieser Begriff die Arbeit mit ätherischen Ölen. Dabei ist die Therapie nur eine von vielen Möglichkeiten, wie wir mit den hochwirksamen Pflanzenstoffen arbeiten können.
Glossar
Aroma: Wörtlich „würziger Duft“.
Ätherisch: Aus dem Griechischen, bedeutet „Weite des Himmels“. Ätherische Öle sind flüchtig und verdunsten schnell.
Parfüm: Vom lateinischen „per fumum“ abgeleitet, bedeutet „durch den Rauch“.
Hydrolat: auch Pflanzen- oder Blütenwasser genannt. Sie entsteht bei der Wasserdampfdestillation als Nebenprodukt der ätherischen Öle.
Aromatherapie und Aromapflege: Fachbereich der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie), die ätherische Öle nutzen.
Wie PsychoAroma entstanden ist
Als ich 2008 zum ersten Mal den Duft der Bergamotte wahrnahm, ahnte ich nicht, dass dieser Moment meinen beruflichen Weg nachhaltig prägen würde. Mit jeder Ausbildung und jedem Seminar wuchs mein Wissen über ätherische Öle, fette Pflanzenöle und Hydrolate. Gleichzeitig begann ich meine Tätigkeit in der Psychosomatik und Psychotherapie. Dort wurde mir immer deutlicher, welche zentrale Rolle Emotionen für Gesundheit, Krankheit und unser tägliches Handeln spielen.
Im Laufe der Jahre entstand daraus eine neue Sichtweise. Mich interessierte nicht mehr nur die körperliche Wirkung natürlicher Pflanzenstoffe, sondern vor allem ihre Wirkung auf den Geruchssinn, das Gehirn und unsere Emotionen. Genau hier liegt heute der Schwerpunkt meiner Arbeit. Während sich die klassische Aromatherapie überwiegend mit der körperlichen Anwendung beschäftigt, verbinde ich die Erkenntnisse der Aromakunde mit Emotionspsychologie, Neurobiologie und Selbstregulation.
Aus dieser Verbindung entstand mein Konzept PsychoAroma – ein wissenschaftlich fundierter und praxisorientierter Ansatz. Im Mittelpunkt stehen die Aktivierung von Ressourcen, die Förderung der emotionalen Selbstregulation und die Stärkung der Resilienz. Gleichzeitig erweitert PsychoAroma die Kompetenzen von Therapeut:innen, Pflegefachpersonen, Coaches und weiteren Fachkräften, die Düfte gezielt und verantwortungsvoll in ihre berufliche Arbeit integrieren möchten.
Düfte verstehen. Emotionen gezielt begleiten.
Entdecken Sie, wie fundiertes Wissen über Riechen, Düfte und ihre Wirkung auf unser Erleben neue Perspektiven für Ihre berufliche Praxis eröffnet und Ihre Kompetenzen in der Arbeit mit Menschen erweitert.