Jeder hat schon mal von den Kanarischen Inseln gehört, da bin ich mir ganz sicher. Die Kanaren zählen zu den beliebten Reisezielen, denn sie gehören politisch zu Spanien und haben somit den Euro als Währung. Geographisch gesehen liegen sie auf der Höhe von Marokko und haben daher fast durchgehend ganzjährig angenehm warme Temperaturen.

Die Kanaren sind sieben sehr unterschiedliche und teilweise doch sehr ähnliche Inseln mitten im Atlantischen Ozean vor Afrika. Es gibt auf jeder Insel viel zu entdecken. Im Laufe der Jahre haben wir nacheinander immer wieder eine neue Insel bereist. Auf diesen Reisen haben wir spannende Pflanzen ausfindig gemacht, die (auch) in der Aromatherapie verwendet werden.

 

Die Botanischen Entdeckungen auf den Inseln

 

Aloe Vera – wird als Mazerat verwendet. Es ist gerade bei Sonnenbrand feuchtigkeitsspendend und hautregenerierend. Für das Mazerat werden die Pflanzenteile in ein anderes fettes Öl eingelegt, das sich mit den Wirkstoffen der Pflanze anreichert. Denn aus Aloe Vera müsste sonst das Gel gewonnen und unnötig stark konserviert werden. Aloe Vera Öl ist super gerade bei Sonnenbrand.

Kaktusfeigen – Man mag es kaum glauben, dass man einen Kaktus auch essen kann. Oder zumindest einen Teil davon, nämlich seine Früchte. Schon oft haben wir auf den Kanarischen Insel die Kaktusfeigen entdeckt. Aus den Kernen kann man durch Kaltpressung das kostbare und teuerste fette Öl der Welt gewinnen. Man benötigt circa 1 Million Kerne, um 1 Liter des Öles zu gewinnen. Zudem ist die Frucht sehr schmackhaft. Das Öl enthält Inhaltsstoffe, welche die Hautalterung verlangsamen.

Frangipani – wird auch Tempelblume genannt und ist unser Begleiter. Aus ihr wird ein sogenanntes Absolue gewonnen. Das sind Duftstoffe, die durch Extraktion gewonnen werden. Ursprünglich kommt diese Pflanze aus Asien und Südostasien. Die Blüten duften nachts am stärksten. Das Absolue hat einen wunderschönen blumigen, exotischen, süßen Duft der ausgleichend und harmonisierend wirkt. Auf Gran Canaria haben wir öfters die schönen markanten Blüten entdeckt. Sie gedeihen hier prächtig!

 

Absolut Schmackhafte und fabelhafte Früchte

 

Mango – aus dem Kern in der Frucht wird das Öl gewonnen. Es hat eine butterähnliche Konsistenz und wird als Mangobutter verkauft. Leider ist es ein recht teures Produkt. Als Creme oder Salbe verarbeitet hat es eine rückfettende Wirkung und ist zudem regenerierend bei spröder Haut. Kulinarisch kann es auch gut für süße Speisen verwendet werden.

Orangen – das meist produzierte und verkaufte ätherische Öl weltweit. Ein wichtiges Öl in der Aromatherapie. Hebt die Laune und ist angstlösend. Die Orangen hier schmecken saftig und süß, kein Vergleich zu den Früchten in deutschen Läden.

Avocados – Aus dem Fruchtfleisch kann man ein fettes Avocado Öl pressen. Es ist sehr gut verträglich, auch bei empfindlicher Haut, zudem regt es die Zellerneuerung an. Es zieht bei der Hautpflege sehr gut ein.

Bananen – gehören jetzt nicht zur Aromatherapie dazu. Doch auf den Inseln werden sie sehr häufig angebaut und haben ein sehr gutes Aroma! Das ist kaum zu vergleichen mit den Bananen, die wir in Deutschland im Handel bekommen. Wir können sehr empfehlen: Kauft Euch in einem lokalen Laden die regionalen Bananen – nicht im Supermarkt.

 

Was gibt es zu sehen und was sind die Highlights der Inseln?

 

Lanzarote – die Insel des Künstlers César Manrique

Die nordöstlichste der sieben und die viertgrößte Insel. Hier hat der Künstler César Manrique (1919–1992) viele wunderschöne Naturdenkmäler geschaffen. Er setzte sich gegen den Massentourismus auf der Insel ein. In einigen Orten gibt es absolut sehenswerte, von Manrique mit Bedacht und Respekt vor der Natur geschaffene Sehenswürdigkeiten.

Bei der “Fundación César Manrique”, seinem ehemaligen Wohnhaus in einem Höhlensystem in einem erkalteten Lavastrom, wurde ein Museum errichtet. In den Lavablasen finden sich einzelne Räume. Auch sehr bekannt ist “Jamieos del Agua”, mit einem einladenden, blau schimmernden Pool. Eine Besonderheit ist der riesiger Konzertsaal in einer natürlichen Höhle mit etwa 600 Sitzplätzen.

Für alle Kakteenfreunde ist ein Besuch im “Jardin de Cactus” unabdingbar. Hier finden sich auf 5000 Quadratmetern mehr als 10.000 Exemplare verschiedener Kakteenarten (1400). Was auf Lanzarote und den anderen Kanarischen Inseln noch auffällt, sind die aufsehenerregend gestalteten Kunstinstallationen in den Verkehrskreiseln. Zu unserer großen Überraschung haben wir auf einem Streifzug durch die Insel in dem Örtchen Teguise sogar zufällig ein veganes Restaurant entdeckt.

 

Fuerteventura – eine große, sandige Insel

 

Südlich von Lanzarote, getrennt durch die 11,5 km breite Meeresenge La Bocayna liegt Fuerteventura. Fuerte ist die älteste und zweitgrößte Insel. Da es auf ihr kaum hohe Berge gibt, ist es hier sehr niederschlagsarm und trocken. Bei Corralejo findet man sehr große Sanddünenbereiche. Es wird viel Aloe Vera angebaut. Durch die vielen Sandstrände und die Winde ist Fuerte ein perfekte Surferparadies. Die Salinas del Carmen, an der FV-2 gelegen, sind einen Besuch wert, sie sind eine der wenigen übriggebliebenen Salzgewinnungsanlagen auf den Kanaren. Im dazugehörigen Museum finden sich viele Informationen über die Salzgewinnung auf den Kanarischen Inseln.

 

Teneriffa – ein Blick vom 3718 m hohen Pico del Teide bis zum Meer

 

Auf dieser Insel steht der höchste Berg Spaniens. Der Norden der Insel ist der grüne Teil, während es im Süden karger und sandiger ist. Das Auditorio de Tenerife in Santa Cruz de Tenerife ist ein spektakulärer, moderner Bau von Calatrava, in dem sich eine Kongress- und Konzerthalle verbirgt.

Wer gern der Natur der Insel nahe sein will, sollte unbedingt auf den Pico del Teide! Der gesamte Naturpark Teide wurde 2007 von der UNESCO in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. Es war für uns ein unvergleichliches Erlebnis, oben auf dem Gipfel, auf dem noch etwas Schnee lag, durch die Wolkendecke auf den Strand sehen zu können. Aus einigen Stellen auf dem Berg treten noch heute Schwefeldämpfe aus. Wer nicht gut zu Fuß ist, kann mit der Seilbahn auf den Gipfel fahren. Absolut sehenswert!

 

Gran Canaria – die verborgene Schöne

 

Westlich von Teneriffa und östlich von Fuerteventura liegt die drittgrößte und annähernd kreisförmige Kanarische Insel. Da wir bisher viel Negatives über diese Insel gehört haben – Massentourismus und überlaufen – haben wir uns schwer getan, die Insel zu erkunden. Der Süden ist weitgehend touristisch erschlossen und in Maspalomas und Playa de Ingles sind viele klotzige Hotelburgen zu finden. Dort liegen jedoch die wunderschönen Sanddünen, daher zieht es viele in die Gegend.

Unsere Unterkunft im Norden haben wir über AirBnB gefunden. Absolut empfehlenswert! Dort genossen wir die ländliche Ruhe in einem kleinen Häuschen mitten in den Bergen nahe dem Städtchen Terror. Der Ort steht für die typische kanarische Architektur und bietet an den Wochenenden im September einen schönen Markt mit vielen süßen Leckereien. Deutlich ursprünglicher geht es auf dem Markt von San Mateo zu, auf dem Spanierinnen jeden Alters hauptsächlich Handarbeiten verkaufen. Alles von Wolle über viele verschiedene Patchwork-Decken wird hier gehandelt.

Wer ein Meeresschwimmbecken genießen will, findet eines in Agaete, und er kann das Naturschauspiel des Sonnenuntergang in Ruhe bewundern. Richtig schön ist das Innere der Insel, mit seinen vielen Tälern und Bergen. Der Blick von Cruz de Tejeda auf die Nachbarinsel Teneriffa mit dem Teide ist atemberaubend. Wem Hotelburgen auch zuwider sind, sprich, wer es ruhig und beschaulich mag, dem können wir den Norden sehr empfehlen.

 

La Palma – die ruhige Aussteiger-Insel

 

Zugegeben, die kleineren Insel sind etwas schwieriger zu erreichen. Doch auch die fünftgrößte oder auch größte der drei kleinen Kanaren ist eine Reise wert. Über einen Zwischenstopp auf Teneriffa erreicht man die nordwestlichste und jüngste der Inseln. Sie gilt wegen circa 40 % Waldbedeckung als die grünste der Kanareninseln und ist zum Glück vom Massentourismus verschont geblieben. Von oben gesehen hat sie eine leichte Herzform.

Santa Cruz de la Palma bietet einen wunderschönen Markt mit regionalen Produkten. Es gibt hier viele Bananen, Avocados und Zitrusfrüchte. Wir hatten eine tolle Unterkunft mit Blick auf El Hierro mit einer eigene Bananenstaude im Garten. Unvergesslich und einfach atemberaubend: An der Südspitze kann man bei gutem Wetter El Hierro, La Gomera und Teneriffa sehen!

 

Noch nicht erkundet, dennoch eine Reise wert

 

La Gomera – ein grünes Aussteiger-Juwel

Die zweitkleinste der Inseln, werden wir sicherlich bald besuchen.

El Hierro – klein aber fein

Die kleinste Kanarische Insel. Wir werden sie auf jeden Fall noch erkunden

 

Für jeden was dabei, egal ob zum Wandern oder Entspannen

 

Zum Wandern:

  1. Teneriffa (Teide)
  2. La Palma (der Vulkan)
  3. Gran Canaria

Strandurlaub:

  1. Fuerteventura (viele tolle Sandstrände)
  2. Lanzarote (Besonderheit: die schwarzen Sandstrände)
  3. Teneriffa

Ruhe und Erholung:

  1. La Palma (wenig touristische Auswüchse)
  2. Gran Canaria (im Norden im Bergland)

Unser persönliches Ranking der Insel – oder dort würden wir auf jeden Fall wieder hinfahren:

  1. La Palma
  2. Teneriffa
  3. Lanzarote
Fazit:

Die Kanarischen Inseln sind gut von Deutschland aus zu erreichen. Mit 4 Stunden Flugzeit ist man nicht zu lange unterwegs, und die Sonnengarantie ist sehr hoch. Je nach Insel gibt es viel zu entdecken und für jeden Geschmack ist etwas Passendes zu finden. Da sie zu Spanien gehören, ist es auch im Alltag sehr bequem, da keine Währung umgerechnet bzw. umgetauscht werden muss. Wer die Kanaren kennenlernen will, dem können wir Lanzarote ans Herz legen.