Wer selbst einen Blog betreibt, weiß, was dies für eine enorme Arbeit ist. Angefangen von der Technik, die es braucht, damit der Blog gut funktioniert, und dann das regelmäßige Schreiben der Texte. Das ist eine Menge Zeit, die dafür aufgebracht wird. Zudem sollte der Blog doch im bestmöglichen Licht erscheinen. Nicht nur durch tolle Fotos glänzen, was Jens als Designer zum Glück als Fachmann beherrscht, sondern es sollten auch keine Tipp- und Rechtschreibfehler enthalten sein. Die eigenen Fehler zu finden, ist immer etwas schwierig, das Rechtschreibprogramm erkennt auch nicht immer alles. Daher macht es durchaus Sinn, sich Unterstützung für diesen Feinschliff zu holen.

Wir haben eine wunderbare Lektorin am Anfang unserer Blogarbeit gefunden. Ich möchte Euch hier nun Dr. Ruthild Kropp vorstellen. Sie ist Germanistin und Diplombiologin, hat daher also die perfekten Fähigkeiten für uns, um botanisch und germanistisch korrekt zu arbeiten. Da es uns auf dem Aromablog natürlich auch wichtig ist, botanisch korrekte Artikel zu veröffentlichen, schaut Dr. Ruthild Kropp hier besonders genau hin. Auf kleingartenwirrnis, ihrem Blog, bringt sie immer wieder kleine, feine Artikel über das Ökosystem in ihrem Garten. Eine weitere sehr hilfreiche Kompetenz, die Dr. Ruthild Kropp mitbringt, ist ihre Übersetzungstätigkeit. Da sie lange Jahre französische Literatur studiert hat, bietet sie auch Übersetzungen vom Französischen ins Deutsche an. Da viele interessante Artikel über Aromatherapie auf Französisch geschrieben sind, einfach genial. Wir haben uns mit ihr in Frankfurt auf ein Interview getroffen, um mehr über ihre vielfältige Arbeit zu erfahren.

Liebe Ruthild, vielen Dank, das Du Dir die Zeit genommen hast für unseren botanischen Dialog.

 

Besondere Kombination

 

  1. Wie kam es zu dem Wunsch Germanistik zu studieren?

Ich war von klein auf eine Leseratte, habe Bücher verschlungen, heimlich unter der Bettdecke gelesen, einmal sogar versucht, unter der Dusche zu lesen, das Buch gut in Plastik verpackt – es scheiterte am Umblättern. Es war mir klar, dass ich unbedingt deutsche Literatur studieren wollte. Als es dann ans Studieren ging, habe ich mich für ein paar geisteswissenschaftliche Fächer, darunter natürlich auch Germanistik, eingetragen, ein Semester wild herumstudiert (ich habe sogar kurze Zeit Chinesisch gelernt) und mich dann für die Fächer Germanistik, Romanistik (Französisch, Italienisch und Rumänisch) und klassische Archäologie entschieden.

  1. Später hat es Dich dann noch einmal gepackt zu studieren und Du bist so in die Biologie eingestiegen. Eine besondere Kombination, wie kam es dazu?

Ja, das war sehr viel später. Und es war gar kein langer Entscheidungsweg, gar kein Grübeln, das lief wahrscheinlich unbewusst, sondern eine plötzliche Klarheit, wie ich es mal nennen will: Ich wachte morgens auf und merkte, dass irgendwann die Entscheidung in mir gefallen ist, etwas in meinem Leben zu ändern. Das ist mir ein paar Mal passiert und nie habe ich eine solche Entscheidung bereut. Damals war mir plötzlich glasklar: Ich mache mich selbstständig und ich studiere noch einmal. Biologie. Schwerpunkt Botanik. Punkt. Und das habe ich dann gemacht. Ich kann mich da sehr festbeißen, wenn ich etwas wirklich will, und alles dransetzen, das durchzuziehen. Ursprünglich wollte ich nur bis zum Vordiplom studieren, damit eine Grundlage legen und dann in Richtung Wissenschaftsjournalismus gehen. Doch dann hat mich die Biologie so gefesselt, dass ich bis zum Ende studiert und das Diplom abgelegt habe.

  1. Du hast auch Bücher geschrieben? Welche Themen waren denn da für Dich interessant?

Auch als Autorin habe ich eher biologische Themen auf dem Kieker. Einmal war ich Autorin und Herausgeberin und habe mit Kollegen aus der Biologie und Naturpädagogik ein Buch über natürliche Verpackungen geschrieben. Da erfährt man dann Interessantes etwa über die Haut, die Baumrinde oder die Kokosnuss. Und ganz neu ein Büchlein über Tiere in unserer Umgebung, das ich gemeinsam mit einer Freundin verfasst habe. Aus der Reihe fällt mein erstes Buch, das aus meiner Doktorarbeit entstanden ist. Ich habe über das Pferd in der deutschen Literatur promoviert (ich bin von klein auf geritten) und daraus ist das Buch „Pferde in Kunst und Literatur“ entstanden.

 

Naturbewusst leben

 

  1. Du hast auch eine sehr „grüne“ Lebenseinstellung?

Die ist in den letzten Jahren in mir gewachsen. Ich achte inzwischen auf das, was ich esse, ohne jedoch allzu dogmatisch zu sein. Der Genuss darf nicht verloren gehen. Ich esse kaum noch Fleisch und wenn doch, dann nur, wenn ich weiß, woher es kommt und wie die Tiere gehalten wurden. Da das kaum zu handhaben ist, ist das wenige Fleisch, das ich esse, Wild, das befreundete Jägerinnen geschossen haben. Ich vermeide Plastik und Müll, schaue auf Inhaltsstoffe, benutze Bio-Putzmittel und, und, und.

Zudem habe ich einen Kleingarten, der, wie mein Blogname es schon sagt, lieber wirr sein soll als deutsch-kleingarten-ordentlich. Bodenbedeckung, keine Chemikalien, kein übertriebenes Umgraben, Mischkulturen, Interesse an Permakultur …, da kann man ganz viel machen – oder eben gerade nicht machen – und so am eigenen kleinen Stück Land ganz viel lernen. Und ich liebe es, eigenes Gemüse zu ziehen und Beeren zu naschen. Zudem habe ich entdeckt, dass ich alte Apfelsorten essen kann – ich bin Allergikerin – und zwar von den meisten Bäumen in meinem Garten. Das ist faszinierend und nichts Besonderes: Viele Allergiker vertragen die alten Sorten.

  1. Deine Botanik-Erfahrungen sind jedoch nicht nur auf das Studium begrenzt. In deinem Berufsleben gibt es viele „grüne“ Auftraggeber, möchtest Du uns darüber etwas erzählen?

Ich habe lange Jahre im Bereich Naturpädagogik gearbeitet, etwa für den Palmengarten Frankfurt oder in einem Projekt im Senckenberg-Museum. Ich habe Führungen veranstaltet, Workshops gehalten und halte immer noch Vorträge. An der Uni Frankfurt war ich lange als Pollenanalytikerin tätig, habe Pollenfunde aus Ausgrabungen bestimmt und die Vegetation vergangener Zeiten rekonstruiert und versucht herauszufinden, ob der Mensch schon vor Ort war und was er an Pflanzen angebaut hat.

Inzwischen habe ich mich allerdings sehr auf den Bereich „Buch“ verlegt. Ich schreibe Bücher, lektoriere und übersetze sie aus dem Französischen ins Deutsche. Aber meine Schwerpunkte sind meist aus der Biologie gewachsen, so lektoriere ich beispielsweise häufig im Bereich Naturwissenschaften und immer wieder Garten- und auch Hundebücher.

  1. Du hast also doch sehr viel mit den Pflanzen zu tun?

Sowohl bei der Arbeit als auch privat, denn, wie gesagt, ich bin stolze Pächterin eines Kleingartens. Leider habe ich nicht immer so viel Zeit, wie ich bräuchte, deshalb hilft mir seit dem letzten Jahr eine Freundin, sie hat quasi den vorderen Teil des Gartens übernommen. Eine andere Freundin, die übrigens Gärtnerin ist und auch einen Blog sowie eine Garten-Interviewseite schreibt, hilft mir seit ein paar Monaten, mal wieder Grund in manche Beete zu bringen sowie bei der Planung. Beruflich lektoriere ich häufig botanische Bücher, da vertieft man sich immer wieder in die Recherche zu interessanten Pflanzen, liest sich schnell fest und lernt immer etwas Neues.

 

Die grünen Oasen Frankfurts

 

  1. Im Palmengarten hast Du auch schon gearbeitet und kennst daher die vielfältigen Gewächshäuser sehr gut. Gibt es dort etwas, das Dir sehr gut in Erinnerung geblieben ist?

Viel, wo fange ich an, denn diese grüne Oase ist ein Ort in Frankfurt, der mir sehr ans Herz gewachsen ist. Ich liebe die Krokus-Teppiche im Frühling, die grüne Börse im März, den Riesenbambus im Tropicarium, das Mangrovenhaus mit der Vanille, den Taschentuchbaum (gibt es wirklich), die Rhododendronblüte, die Farne im Bergregenwald, die bizarren Pflanzen im Dornwald, das Herbstfest … Das Tropicarium ist besonders zur kalten Jahreszeit ein guter Ort, um sich aufzuwärmen und auf Entdeckung zu gehen. Ich finde es toll, dass mitten in der Großstadt großzügige grüne Flächen und tropische Pflanzen zu finden sind. Aber ich muss an dieser Stelle kurz eine Lanze für einen wunderschönen Garten in der Nachbarschaft des Palmengartens brechen, den Botanischen Garten Frankfurt. Ein Kleinod, man entdeckt hier immer neue Ecken und kann wunderbar runterkommen.

  1. Auf Deinem Blog kleingartenwirniss finden sich immer wieder sehr informative Artikel über das dortige Pflanzenleben. Ist das mehr Arbeit für Dich oder auch Ausgleich zur Arbeit am PC?

Es ist beides. Ich hole mir die Ideen für die Artikel, wenn ich mit meiner Kamera durch den Garten gehe. Finde ich lohnende Motive, habe ich schöne Fotos, dann bin ich inspiriert für einen Artikel und ich brenne darauf, ihn zu schreiben. Dann ist ein Blogbeitrag keine Arbeit, sondern ein Bedürfnis. Doch wenn ich einen größeren Auftrag habe und den ganzen Tag vor dem PC sitze, dann dauert es zuweilen sehr lange, bis ich wieder einen Blogbeitrag schreibe, denn ich bin dann ganz froh, wenn ich den PC ausschalten und mich bewegen kann. Wenn ich dann etwas schreiben „muss“, dann ist es Arbeit.

 

 

Work-Health-Balance

 

  1. Wie hältst Du Dich bei den vielen Lektoraten fit und munter?

Gesund essen, viel an die frische Luft gehen und das Leben so nehmen, wie es ist. Mich begleitet meine Hündin, Ella, mit ihr bin ich täglich bis zu 3 Stunden und auch mal mehr unterwegs. Sowohl in Frankfurt als auch in der Umgebung, besonders im Taunus. Das ist einer der Vorteile, die ich als Freiberuflerin habe: die freie Zeiteinteilung, das ist genial. Außerdem hält mich natürlich die Gartenarbeit fit. Aber grundsätzlich habe ich in den vergangenen Jahren etwas sehr Wichtiges gelernt: positiv denken. Das Glas ist für mich meist halb voll.

  1. Inzwischen haben auch bei Dir ätherischen und fetten Öle im Alltag Einzug gehalten. Was war bisher Deine spannendste Erfahrung mit der Aromatherapie?

Ich habe Rosazea, auch Couperose genannt, also geplatzte Äderchen auf den Wangen. Es ist Wahnsinn, wie sehr sich das Hautbild gebessert hat, seitdem ich, auf Dein Anraten hin, Nachtkerzenöl benutze. Ich habe inzwischen meine gesamte Gesichts- und Körperpflege umgestellt, reinige mit Lavendelhydrolat, pflege mit fetten Ölen.

  1. Was sind denn Deine Lieblingsdüfte und wofür setzt Du sie ein?

Ich liebe frische, leichte Zitrusdüfte, ganz besonders Grapefruit. Das ist mein momentaner Lieblingsduft. Nach dem Duschen morgens ein Mandelöl mit ätherischem Grapefruitöl, das ist genial.

  1. Möchtest Du unseren Lesern noch etwas mit auf den Weg geben?

Einen Spruch, den ich im letzten Jahr gefunden habe:

„Ich wünsche dir,
dass du arbeitest,
als bräuchtest du kein Geld;
dass du liebst,
als hätte dich noch nie jemand verletzt;
dass du tanzt,
als würde keiner hinschauen;
dass du singst,
als würde keiner zuhören;
dass du lebst,
als wäre das Paradies auf Erden.“

Vielen Dank liebe Ruthild, für die tolle Zusammenarbeit mit Dir!